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Auskunftsanspruch für Erben: Rechte und Pflichten nach dem Erbfall

  • Autorenbild: Dr. Nico Schmied
    Dr. Nico Schmied
  • 24. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Nach dem Tod eines Erblassers stehen Erben oft vor einem komplexen Nachlass: Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Grundstücke, Wertpapiere und persönliche Gegenstände müssen erfasst werden. Der gesetzliche Auskunftsanspruch hilft Erben, Klarheit zu gewinnen und die Nachlassabwicklung planbar zu gestalten.


Gesetzliche Grundlagen

Der Auskunftsanspruch ergibt sich aus § 2314 BGB. Danach kann jeder Miterbe von jedem anderen Auskunft über den Nachlass verlangen. Ziel ist es, ein vollständiges Bild des Nachlasses zu erhalten, damit Erben ihre Rechte wirksam wahrnehmen und Haftungsrisiken erkennen können.


Wer hat Anspruch und gegen wen?

  • Anspruchsberechtigt:

    • Jeder Erbe, der die Erbschaft angenommen hat (unbeschränkt oder unter Inventarhaftung)

    • Vermächtnisnehmer und Pflichtteilsberechtigte in eingeschränktem Umfang


  • Anspruchsgegner:

    • Jeder Miterbe, der bereits Kenntnis von Teilen des Nachlasses hat

    • Testamentsvollstrecker oder Nachlassverwalter, wenn sie eingesetzt wurden


Umfang des Auskunftsrechts

Der Auskunftsanspruch umfasst alle Tatsachen, die für die Ermittlung des Nachlassumfangs relevant sind:

  • Vermögenswerte

    • Bankkonten, Wertpapiere, Immobilien, Beteiligungen

  • Verbindlichkeiten

    • Hypotheken, Kredite, Steuerschulden, offene Rechnungen

  • Beispiele und Verfügungen

    • Testamente, Erbverträge, Schenkungsurkunden der letzten Jahre

  • Weitere Rechtsfragen

    • Nießbrauch, Wohnrechte, Auflagen










Voraussetzungen und formales Verfahren

  1. Antrag stellen

    • Schriftlich beim Miterben, notfalls förmlich per Einschreiben

  2. Konkrete Bezeichnung

  3. So präzise wie möglich: „Auskunft zu Konten bei Bank X, Stand Dezember 2024“

  4. Fristsetzung

  5. Üblich sind 14 bis 30 Tage zur Beantwortung


  1. Bei Verweigerung

  2. Gerichtliche Geltendmachung vor dem Nachlassgericht oder Zivilgericht


Fristen und Durchsetzung

  • Keine feste gesetzliche Frist, aber zügige Geltendmachung empfehlenswert

  • Gerichtlicher Mahnbescheid möglich, wenn Auskunft trotz Fristsetzung ausbleibt

  • Klage auf Auskunft und, falls erforderlich, Klage auf Herausgabe Bereits im ersten Schreiben auf gerichtliche Schritte hinweisen, um Druck zu erzeugen.


Folgen mangelhafter Auskunft

  • Versagung von Haftungsbegrenzungen (z. B. Inventarhaftung): Erbe haftet mit Privatvermögen

  • Schadenersatzpflicht, wenn bewusst unvollständige oder falsche Angaben gemacht werden

  • Verzögerung der Erbauseinandersetzung und zusätzliche Kosten


Praktische Tipps für Erben

  • Informieren Sie sich frühzeitig über vermutete Vermögenswerte und Verträge

  • Nutzen Sie Kontakte des Erblassers: Banken, Steuerberater, Notar

  • Dokumentieren Sie jedes Auskunftsgesuch und die Antworten schriftlich

  • Prüfen Sie Nachlassverzeichnisse auf Vollständigkeit und Plausibilität

  • Beauftragen Sie im Zweifel einen Fachanwalt für Erbrecht oder Notar


Fazit

Der Auskunftsanspruch ist ein zentrales Instrument für Erben, um den Nachlass transparent und sicher abzuwickeln. Wer sein Recht kennt und konsequent durchsetzt, vermeidet Haftungsrisiken und bereitet eine reibungslose Erbauseinandersetzung vor.

 
 
 

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